Gruppenspiele

In Uganda ist Schulunterricht ausschließlich frontal, andere Arbeitsmethoden, die insbesondere eigenes Denken oder Kreativität fördern oder auf die individuellen Stärken und Schwächen der Kinder eingehen, gibt es nicht. Wir sind anders aufgewachsen und der Meinung, dass ebendiese Dinge sehr wichtig für das Lernen sind und auch für die persönliche Entwicklung und das gemeinsame Miteinander, weswegen wir uns klar für andere Methoden und Spiele entschieden, als die Kinder sie aus der Schule kennen. Das überforderte einige am Anfang, doch stieß schnell auf Offenheit und Begeisterung. Für uns als Kinder von Sozialpädagogen und ausgebildete Gruppenleiter, die sich bisher mit zahlreichen unmotivierten deutschen Kindergruppen die Zähne ausgebissen haben, war das quasi das Paradies. 20 Kinder im Alter von 10 bis 23 funktionierten auf Anhieb perfekt als Gruppe miteinander und konnten sich für jede Methode und jedes Spiel begeistern. Das brachte auch unsere Kreativität wieder in Schwung und wir gruben alle Methoden und Spiele aus, die wir kannten, weil die Kinder bei jedem Treffen schon darauf warteten.

Unser Übersetzer Frederic Amani hat meist beim Erklären der Spiele bereits begriffen, auf welche Art das jeweilige Spiel nun die Gruppenbildung oder das Teamwork usw. anregen soll, und war jedes mal so begeistert, dass es ihm schwer fiel, den Kindern nicht gleich zu sagen, was sie tun sollten.

„Suddenly, I realized: All of your Games have something special to learn for the kids! That’s amazing!“

„Ich habe gerade gemerkt, dass jedes eurer Spiele eine besondere Lektion hat, die die Kinder dabei lernen, das ist super!“, sagte er sinngemäß.

Da wir damit so viel Freude stiften konnten und finden, dass die Spiele auch ein Teil des Projekts geworden sind, möchten wir ganz einfach einige von Ihnen mit ein paar Bildern vorstellen und jedem nahelegen, sie selbst einmal auszuprobieren.

Zu Beginn: Ein Namensspiel

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Bei diesem Spiel wird die Gruppe in 2 Teile geteilt, die sich jeweils hinter der von uns gehaltenen Decke verstecken. Jede Gruppe wählt eine Person, die sich direkt vor die Decke setzt, bis diese schließlich fallen gelassen wird, und sich die beiden Personen gegenüber sitzen und nun so schnell wie möglich den Namen der oder des Anderen sagen. Wer richtig liegt und schneller ist, gewinnt für seine Gruppe und die andere Person kommt ebenfalls auf die andere Seite. Die Gruppe gewinnt somit, wenn alle Kinder auf ihrer Seite sind.

Das Spiel hat bei unserer Gruppe unglaublichen Enthusiasmus ausgelöst, sodass nach jeder Runde alle Kinder schreiend und lachend aufgesprungen sind und sich gestritten haben, wer schneller den Namen gesagt hat. Das witzige bei dem Spiel ist, dass man häufig die Gruppe wechselt und damit auch den Sympathieträger für den man gewinnen will. Und obwohl die Kinder sich so sehr für ihre jeweilige Mannschaft eingesetzt haben und sich scheinbar ernsthaft mit der gegnerischen gestritten haben, konnten sie ohne Probleme die Seiten wechseln und nun mit ihren Feinden gegen ihre Freunde zusammen arbeiten.