Computer-Klassen

Das Youth Center Rwamwanja erhielt vor wenigen Jahren durch die US-Amerikanische Hilfsorganisation USAid sechs gespendete Computer, um den Jugendlichen den Umgang damit beizubringen und überhaupt zu ermöglichen, denn es handelt sich dabei um die einzigen Computer in Rwamwanja, die für die Jugendlichen zugänglich sind. Leider ging das USAid-Projekt nicht über diese Sachspende hinaus, sodass die entsprechenden Kenntnisse zum Umgang mit den Computern nicht vermittelt wurden und sich niemand fand, der bereits dazu in der Lage war. Die wertvollen Computer standen daher leider größtenteils unbenutzt in ihrem Raum.

Als wir von Elvis, dem Leiter des Youth Center Rwamwanja von diesem Missstand erfuhren, boten wir ihm an, kostenlose Computer-Kurse zu geben, um die Computer nutzbarer zu machen. Wir führten zwei Klassen von jeweils zwei Leuten ein, die täglich über anderthalb Stunden mit uns im Computerraum arbeiteten und lernten. Die erste Klasse hatte das Ziel, für vollkommene Einsteiger die Grundlagen wie man einen Computer startet, eine Datei öffnet, sie speichert und ähnliches zu vermitteln. In der zweiten Klasse sammelten sich sechs Jugendliche, die schon grundlegende Erfahrungen mit Computern sammeln konnten, meist weil sie im Kongo in einem Druckshop oder ähnlichem gearbeitet hatten. Hier starteten wir einen HTML-Kurs (einfache Programmiersprache zum Erstellen von Websites), weil sich dafür sofort ein Konsens bilden konnte, da alle sich eine Website für das Youth Center wünschten, auf der sie ihre eigenen Aktivitäten vorstellen können.

Klasse 1 – Anfänger

Mit Beginn der ersten Stunde standen wir vor einer hoch motivierten Klasse von sechs Jugendlichen und dem Mitarbeiter des Youth Centers Blaise, der für uns übersetzte, da er der Einzige war, mit dem wir uns über Englisch verständigen konnten. Die Lernbereitschaft war sehr hoch, aber gleichzeitig waren nicht nur Computer und Programme wie Microsoft Word für fast alle komplett fremd, sondern auch technische Geräte im Allgemeinen. Es galt also zunächst erstmal ein grundlegendes Verständnis von Computern, Tastaturen und Mäusen zu vermitteln. Danach konnten wir in kleinen Schritten über das Bedienen von Microsoft Windows bis zur Nutzung von Office-Programmen voran schreiten.  Oftmals blieben die Teilnehmer nach dem Unterricht noch sitzen und probierten erneut alles aus, was sie gelernt hatten. Das Ziel der Klasse war schließlich, dass am Ende jeder in der Lage ist, selbstständig mit dem Computer eine Bewerbung bestehend aus Motivationsschreiben und Lebenslauf zu schreiben und zu formatieren.

Klasse 2 – Fortgeschrittene

Auch wenn einige Teilnehmer, wie unser Übersetzer Mack bereits IT studiert hatten, so kann man sich darunter doch etwas grundlegend Anderes vorstellen als ein Studium der Informatik in Europa. Die Studenten verfügen vielfach nicht über eigene Computer, Internet oder einfach nur Strom. Weiterhin sind die Grundkenntnisse mit denen sie das Studium beginnen etwa auf dem Niveau der Teilnehmenden unserer Computer-Klasse-1. Aus diesem Grund ist ein Bachelor der IT meist ein ausreichender Abschluss, um danach in einem Druckshop, einem Bürojob, bei dem man dem Computer arbeitet oder bei etwas ähnlichem zu arbeiten. Programmierkenntnisse werden in einem solchen Studium meist nicht vermittelt. Gerade deswegen war es dies, was die Teilnehmer von Computer-Klasse-2 am meisten interessierte. Wir begannen mit einigen grundlegenden Erklärungen über die Hintergründe von Programmiersprachen, speziell HTML, vom Internet und von Websites. Danach konnten wir von grundlegenden Befehlen und Regeln der Sprache schließlich bis zu einer eigenen fundamentalen Website kommen. Das Ziel dieser Computer-Klasse war, wie eingangs erwähnt eine eigene Website für das Youth Center Rwamwanja zu entwerfen, die sie selbst verwalten und mit Bildern und Beiträgen füllen können.

Insgesamt war die Arbeit mit den Jugendlichen sehr kooperativ und progressiv. Die kleinen Klassen von nur sechs Personen schafften trotz Sprachbarrieren eine sehr enge und offene Atmosphäre. Leider hat am Ende vor allem die Zeit nicht ausgereicht, um alle Ziele und Wünsche zu erfüllen, gerade weil es bei diesem Projekt eigentlich kein Ende an zu vermittelndem Wissen und daran interessierten Menschen gibt. Dennoch konnten wir mit einem sehr positiven Fazit abschließen und versuchen derzeit, eine langfristige Lösung für das Problem zu finden, wie beispielsweise einen Computer Fernkurs, der über Skype in das Youth Center kommen könnte und von jedem technisch versierten, Englisch oder Französisch sprechenden Menschen auf der Welt ehrenamtlich durchgeführt werden könnte.  Die Finanzierung der geringen Kosten (beispielsweise Internet für das Youth Center) planen wir über Spenden (Mitmachen), ein konkretes Konzept für dieses Projekt werden wir hier in Kürze veröffentlichen.

Die gespendeten Computer
Die gespendeten Computer
Das Arbeiten am Computer (Foto von Felix)
Das Arbeiten am Computer (Foto von Felix)