Afripad-Training

Eines von acht ugandischen Mädchen verlässt laut UNICEF mit dem Beginn ihrer Regelblutung die Schule vollständig, weil sie keine Möglichkeit findet, den Unterricht und eine monatige Menstruation zusammenzubringen. Andere gehen zu den Zeiten ihrer Blutung vier bis fünf Tage nicht zur Schule, was auf das Schuljahr gerechnet 17,5% der gesamten Unterrichtszeit ausmacht. Um das Blut zurückzuhalten, benutzen die Mädchen alte Kleidung, Taschentücher, Plastiktüten oder sogar Bananenschalen. Neben einer erheblichen Infektionsgefahr, die diese Alternativen mit sich bringen, halten sie das Blut nicht zuverlässig zurück und die gefürchteten Blutflecken gelten in Uganda als unrein und dreckig und beschämen die jungen Frauen.

Doch industriell hergestellte Binden oder Tampons sind in Uganda zu teuer. Der umgerechnete eine Euro, den vier Binden kosten, kostet genauso viel wie Nakizas Schulausbildung für ein Jahr. Stattdessen gibt es jedoch auch die Möglichkeit, wiederverwendbare Binden selber zu nähen: die Afripads. Afripads bestehen aus drei übereinander genähten tellergroßen Stück Stoff aus Baumwolle zwischen die ein gleich großes ausgeschnittenes Stück einer Plastiktüte genäht wird. Das Plastik verhindert die Durchlässigkeit von Bluttropfen, die Baumwolle sorgt für ein angenehmes Tragegefühl. Auf das runde Stück Stoff wird ein sauberes Handtuch gelegt und befestigt. Dieses saugt während der Menstruation die Flüssigkeiten auf und kann mehrmals pro Tag gewechselt werden. Am Ende kann man mit Hilfe eines Knopfes oder eines Stricks das Afripad um den Slip festbinden.

Diese sinnvolle Alternative ist jedoch leider nicht sehr verbreitet, obwohl alle Materialien für die Herstellung einer Afripadbinde auch in Uganda leicht verfügbar sind. Deshalb brachten wir die Mädchen unserer Fotogruppe und deren Freundinnen zusammen, sprachen über das Thema Menstruation und jeder nähte sein erstes Afripad. Doch die Idee hinter dem Afripad- Training war weiterhin, dass die ausgebildeten Mädchen selber Multiplikatorinnen in dem Projekt werden. Deswegen organisierten wir eine Woche später einen weiteren Kurs mit anderen jungen Frauen, der von Nuriaty, Francinz und Chantal geleitet wurde. Die Drei machten ihre Aufgabe wirklich hervorragend, erklärten wunderbar und zeigten jeden einzelnen Schritt nachvollziehbar. Um das Projekt auch nach unserer Abreise weiterlaufen zu lassen möchten wir außerdem zusammen mit dem Youth Centre ein dauerhaftes Trainingsangebot implementieren für dessen Materialien wir allerdings Spenden benötigten.

Lea und Nakiza kamen zu spät und lassen sich die Techniken erklären
Lea und Nakiza kamen zu spät und lassen sich die Techniken erklären
Beim Nähen der Afripads
Beim Nähen der Afripads
Lea und eine Freundin schneiden ihre Baumwollkreise aus
Lea und eine Freundin schneiden ihre Baumwollkreise aus
Chantal, Lea und andere schneiden die Plastetüten aus
Chantal, Lea und andere schneiden die Plastetüten aus
Nakiza beginnt mit dem Nähen
Nakiza beginnt mit dem Nähen
Unsere engagierten Multiplikatorinnen
Unsere engagierten Multiplikatorinnen