Wani Shamba

Wani Shamba
Wani Shamba

Ich heiße Wani Shamba (Zu meinen Fotos) und bin 23 Jahre alt. Früher habe ich in Bukavu in der South Kivu Region gewohnt. Dort habe ich mit meinen Eltern und acht anderen in einer extended family gewohnt. Bei uns hat unter anderem Francois gewohnt, der Sohn eines Onkels meiner Mutter. Der Vater von Francois war tot, seine Mutter sehr alt und als Albino brauchte er besonderen Schutz, weswegen er bei uns eingezogen ist. Sein kleiner Bruder Olivier wurde bereits von Banditen getötet und verkauft. Um Francois zu schützen führten wir ein Schichtsystem in seiner Bewachung ein. Manche gingen morgens arbeiten und studieren, andere nachmittags und andere abends. So war immer jemand bei ihm. Ich habe in der Zeit eine Ausbildung zum Elektriker gemacht und ein Semester Geologie an der Universität studiert. Meine Eltern waren Handwerker und Gärtner und arbeiteten überall mal und waren sehr stolz auf mich. Das Leben in Bukavu war unsicher, aber ich mochte die Stadt und die vielen Möglichkeiten, die man dort hatte. In einer Nacht wurde Francois trotz der ganzen Sicherheitsvorkehrungen von Banditen entführt. Doch er hat so laut geschrien, dass wir ihn hören und retten konnten. Danach flüchtete ich mit Francois und seinen anderen Beschützern nach Uganda. Meine Eltern und meine Geschwister blieben im Kongo, weil sie dort bessere Bildungsmöglichkeiten haben. Sobald es in Bukavu zu unsicher wird, werden sie auch nach Rwamwanja kommen, doch momentan ist es ruhiger. Manchmal wache ich auf und denke wir werden angegriffen. Ich habe Angst, dass die Banditen irgendwann auf die Idee kommen auch nach Uganda zu flüchten und uns hier anzugreifen. Ich vermisse meine Eltern und meine Geschwister sehr, deswegen telefoniere ich immer mit ihnen. Meinen Tag hier verbringe ich meistens mit Nichtstun, deswegen wäre ich gerne beschäftigter so wie im Kongo. Später möchte ich Ingenieur werden und an jedes Haus Solarzellen bauen oder beim UNHCR arbeiten und alle Kriege auf der Welt stoppen. Außerdem möchte ich eine gemütliche Couch besitzen und niemals so arm sein, dass ich nicht weiß, ob ich morgen etwas zu essen bekomme. Ich mag es für Mädchen den Gentleman zu spielen und ihnen zu helfen. Singen in der Kirche macht mir großen Spaß, deswegen würde ich gerne auch Noten lernen, um den Gesang auf dem Klavier begleiten zu können.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Durch das zweimalige Übersetzen können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.