Richard Musombolwa

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Richard Musombolwa

Ich bin Richard (Zu meinen Fotos), 22 Jahre alt und komme aus Goma. Dort haben ich zusammen mit meinen acht Brüdern, meiner Tante, meinem Onkel und meinen drei Cousins und meinen Eltern gewohnt. Uns ging es gut, mein Vater hatte viel Geld. Ich ging in eine gute weiterführende Schule und interessierte mich besonders für Wirtschaft. Dann starb 2005 meine Mutter an Herzversagen, mein Vater wurde im Juni 2015 von der Rebellengruppe Interahamwe im Wald getötet. Der Krieg im North Kivu spitzte sich zusammen und die Rebellen brauchten Geld und hielten deswegen nach Albinos Ausschau, da man mit unseren Körperteilen viel Geld machen kann. 1000$ bekommt man alleine für Finger von Albinos. Mein Onkel, der als Pastor arbeitet, nahm uns zu sich in seine Kirche. Seine Kirche konnte uns auch das Transportgeld nach Bunagana an die Grenze zahlen. Die Ersparnisse meines Vaters wurden uns zuvor geklaut und wir hatten nur ein paar Klamotten, Seife und Lampen mit. Uganda erreichten wir am 2. Juli. Dort versprach uns ein Mitarbeiter vom UNHCR, dass man als Albino gute Chancen hat nach Europa oder in die USA ausgeflogen zu werden, das gab mir Hoffnung. Im Kongo war es unsicher, aber wir hatten eine gute Situation und waren frei, hier in Rwamwanja habe ich noch nicht mal die Möglichkeit mich außerhalb unseres abgesicherten Bereiches für Menschen mit Albinismus zu bewegen. Ich habe keine Wahl, die ich fällen kann. Zur Schule kann ich hier nicht gehen, weil es keine weiterführende Schule im Flüchtlingslager Rwamwanja gibt. Aus dem Kongo vermisse ich meine Freunde, meine Schule und Französisch, das ich fließend spreche. Das Thema Albinismus und die Diskriminierung von Albinos beschäftigt mich sehr, deswegen versuche ich das Bild, dass andere Menschen über Albinos haben, zu ändern. Ich möchte eine Aktion am 13. Juni, dem Tag der Albinos planen. Außerdem schreibe ich sehr viele Artikel zu dem Thema und später möchte ich der Leiter einer internationalen humanitären Hilfsorganisation werden und die Situation für Albinos auf der ganzen Welt verbessern. Meine besten Freunde Frank, Pierre und Abeilimali Bagunda werden mir dabei helfen.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Durch das zweimalige Übersetzen können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.