Patrick Maisha

Patrick Maisha
Patrick Maisha

Ich bin Patrick Maisha (Zu meinen Fotos) und 12 Jahre alt und komme aus der Demokratischen Republik Kongo. Meine Eltern sind jedoch ursprünglich aus Ruanda und während des Bürgerkriegs geflohen. Deswegen spreche ich nicht gut Kisuaheli, wie es im Kongo üblich ist, sondern Kinyarwanda, was meine Eltern sprachen. Meine Vater war in Goma in North Kivu ein Rebell der Banyanture, einer Gruppe ehemaliger Ruandesen, die sich im Kongo behaupten wollen. Nach einiger Zeit war mein Vater nicht mehr überzeugtes Mitglied und wollte aus den Banyanture austreten. Ihm wurde vorgeworfen den Rebellen eine Waffe geklaut zu haben, aber das hatte er nicht. Da sie drohten meinen Papa umzubringen, wenn er ihnen die Waffe nicht bringt, musste er flüchten und erreichte das Erstaufnahmelager für Flüchtlinge Nyakabande in Uganda mit dem Bus. Danach passte ein Freund meines Vaters auf mich, meine Mutter und meine vier Geschwister auf, bis wir meinem Vater nach Nyakabande folgten. Doch als wir ankamen hatte mein Papa eine neue Frau gefunden. Meine Mama hat sich dann auch einen neuen Mann gesucht und ist mit diesem nach Nakivale, einem Flüchtlingslager im Südosten Ugandas nahe der großen Stadt Mbarara, gegangen. Ich habe seitdem nichts mehr von ihr gehört. Mein Vater hat beschlossen mit mir und seiner neuen Frau nach Goma zurückzukehren. Dort war alles sehr gut, auch wenn die neue Frau meines Papas mich nicht gut behandelte. Es gab leckeres Essen, jeden Tag etwas Anderes. Dann attackierten die M23 Goma mehrmals und wir mussten wieder nach Nyakabande flüchten. Einmal war ich in Nyakabande spielen und kurz weg von meiner Familie. In dieser Zeit hat die neue Frau meines Papas ihn überzeugt  mich alleine zu lassen und weiterzuziehen. Ein Mann hatte das Gespräch mitgehört und informierte die Verantwortlichen in Nyakabande darüber, dass es wohl nicht gut wäre mich zwangsweise zu meinen Eltern zu bringen, weil die nicht für mich sorgen würden. Also kam ich in das Flüchtlingslager Rwamwanja, weil ich hier mit 20 anderen Jungs ohne Eltern wohnen kann. Meine Geschwister sind bei Verwandten in Goma untergekommen. In den Kongo möchte ich nicht zurück, aber manchmal denke ich an die Zeit, wo meine Eltern noch zusammen waren und ich mit meinen Geschwistern immer auf den Spielplatz der Vereinten Nationen in Goma gespielt habe, weil wir dort Kekse und Schokolade geschenkt bekamen. In Rwamwanja hatte ich lange einen besten Freund, Dennis. Wir haben uns gegenseitig geholfen, doch dann musste er umziehen. Für die Zukunft fallen mir keine Träume oder Wünsche ein. Ich würde vielleicht gerne so sein wie Gershome, ein Mitarbeiter von UNHCR, weil der meistens im Büro arbeitet und ein eigenes Auto fährt. Ich habe keine besonderen Freizeitaktivitäten, die mir Spaß machen, aber ich würde gerne lernen, wie man Fotos ausdruckt.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Durch das zweimalige Übersetzen können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.