Nuriaty Amani

Nuriaty Amani
Nuriaty Amani und Naillah

Mein Name ist Nuriaty Amani (Zu meinen Fotos), ich bin 17 Jahre alt und komme aus der Stadt Goma aus der North Kivu Region. Das Leben dort war schön. Ich ging in die zehnte Klasse und in meiner Freizeit habe ich sehr gerne anderen Mädchen die Haare gemacht. Es gab lange Frieden, unterschiedliches Essen und mein Papa war wirtschaftlich sehr erfolgreich, weil ihm alle vertrauten und er immer ehrlich war. Als Familie hatten wir ein Restaurant in dem wir alle mitgeholfen haben. Der Wohlstand meines Vaters hat die Rebellengruppe M23 aufmerksam gemacht. Sie suchten nach meinem Vater und wollten ihn anwerben. Mein Papa hat sich deswegen versteckt und ist nur ab und zu nach Hause gekommen. Die Situation war für ihn nicht sicher, weswegen er irgendwann mit meiner Mutter, meinen drei Brüdern und fünf meiner Schwestern nach Uganda geflüchtet ist. Ich bin in Goma geblieben und habe das Restaurant geleitet, meine ältere Schwester war hier verheiratet und half mir bei der Arbeit. Nach drei Jahren, im April 2015, entschied ich mich, meiner Familie nach Uganda zu folgen. Ich nahm den Bus bis kurz vor die Grenze und begann das letzte Stück bis nach Uganda zu laufen. Auf dem Weg begegnete ich einer Gruppe von zehn Männer. Wer sie waren, weiß ich nicht. Ich war alleine und niemand kam mir zur Hilfe als sie mich vergewaltigten. Danach musste ich für lange Zeit nach Rumangabo ins Krankenhaus, wo ich auch erfuhr, dass ich schwanger war. Mein Baby bekam ich mit der Unterstützung meiner Familie im Krankenhaus im Flüchtlingslager Rwamwanja. Naillah ist ein gesundes Baby. Ihr Name bedeutet „Gott ist groß“. Zur Polizei bin ich deswegen nie gegangen, so einen kleinen Vorfall verfolgt die Polizei im Kongo nicht. Das Campleben im Rwamwanja gefällt mir nicht besonders. In meinem kleinen Dorf hier, Nkoma, leben viele Frauen, die im Kongo vergewaltigt wurden und ich möchte ihre Geschichten nicht hören, weil sie mich immer wieder daran erinnern, was mir passiert ist. Aus dem Kongo vermisse ich außer meiner Schwester nichts. Mein Vater hat hier in Rwamwanja einen kleinen Laden aufgemacht , wo wir Sodas, Reis, Seife und anderes verkaufen. Ich mag es Kindern, Waisen und anderen Familien zu helfen. Deswegen möchte ich später auch Ärztin werden. Für das Studium würde ich gerne nach Kanada gehen. Naillah würde ich überall hin mitnehmen. Ich danke meiner Familie für alles, wobei sie mir helfen.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Durch das zweimalige Übersetzen können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.

Ich möchte Ärztin werden. Das Foto von Francinz gemacht.
Ich möchte Ärztin werden. Das Foto wurde von Francinz gemacht.