Nakiza Joventa

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Nakiza Joventa

Ich bin Nakiza (Zu meinen Fotos), bin 14 Jahre alt und komme aus der kleinen Stadt Masisi westlich von Goma. Ich bin nur mit meiner Mutter und meinen Geschwistern hier, weil meine Eltern sich getrennt haben noch bevor wir nach Uganda gekommen sind. Mein Vater hat immer Alkohol getrunken und kam häufig betrunken nach Hause und hat meine Mama geschlagen. Jedes Mal, wenn das passiert ist, ging meine Mutter zur Polizei und meldete die Gewalt von meinem Vater. Kurz bevor mein Vater ins Gefängnis gehen sollte, hat er meine Mutter und mich und meine Geschwister rausgeschmissen und wir mussten bei Nachbarn unterkommen. Zur Schule konnte ich im Kongo nie gehen, weil es dafür keine Möglichkeit gab. Ich habe sieben Geschwister, drei Brüder und vier Schwestern. Zwei von meinen Schwestern sind aber schon gestorben, die eine kurz nach ihrer Geburt, die andere starb als Einjährige als meine Mutter sich zwei Tage vor meinem Vater verstecken musste und als sie wiederkam hatten wir uns nicht gut genug gekümmert und das Baby hat sich nicht mehr bewegt. Im Kongo habe ich meiner Mutter gerne beim Umgraben im Feld geholfen. Doch das Leben bei unseren Nachbarn war insgesamt nicht gut. Meine Mama hörte von einer Freundin, dass man in den Flüchtlingslagern in Uganda Land und Essen bekommt und so beschlossen wir dort hin zu gehen.  Unsere netten Nachbarn halfen uns mit dem Transportgeld zur Grenze aus und so kamen wir mit dem Bus nach Rwamwanja. Ich finde es hier sehr gut, weil ich hier ganz viel lernen kann und die Möglichkeit habe, zur Schule gehen zu können. Ich bin gerade in der zweiten Klasse, auch wenn ich eigentlich schon in der fünften sein könnte, aber meine Mama kann die 5000 Schilling (ca. 1,25€) für die Abschlussprüfung am Ende des Schuljahres nicht bezahlen, also bleibe ich immer in der zweiten Klasse, obwohl ich eigentlich noch viel mehr lernen möchte. Mein Lieblingsfach ist Englisch, auch wenn ich das noch nicht gut spreche. Zu Hause spreche ich Kisuaheli und Kinyarwanda. Wenn mein Englisch besser wird, dann würde ich später gerne Lehrerin für Sprachen werden. Dann verdiene ich Geld und andere können etwas von mir lernen. Ich mag es in der Kirche zu singen, aber Stehlen und Kämpfen mag ich gar nicht. Aus dem Kongo vermisse ich nichts. Ich möchte für immer bei meiner Mutter wohnen, weil sie eine gute Mama ist und ich ihr immer helfen möchte.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Durch das zweimalige Übersetzen können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.