Munyeimbanza Janvier

Munyeimbanza Janvier
Munyeimbanza Janvier

Ich bin Munyeimbanza Janvier (Zu meinen Fotos) und gerade 15 Jahre alt geworden. Ich komme aus Masisi in Nord Kivu. Mein Vater war nicht der erste Mann meiner Mama. Sie war davor schon einmal verheiratet und so habe ich neben meinem Bruder Olivier fünf Halbgeschwister. Der erste Mann meiner Mutter starb und hinterließ ihr alles, unter anderem auch das Haus in dem wir gelebt haben. Mein Papa verließ meine Mama für eine andere Frau aus Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Ich denke aber, dass mein Papa meine Mama immer noch liebt und er nur bei seiner neuen Frau ist, weil die ihn durch Zauberkräfte verhext hat. Er fühlt sich bestimmt wie ein Gefangener bei ihr in Kampala. Es war ein sehr schönes Haus, indem wir lebten, deswegen wollten meine Halbgeschwister mich und meinen Bruder nicht in dem Haus von ihrem Vater haben. Sie beschwerten sich sehr häufig bei mir und meiner Mutter, worunter meine Mutter sehr gelitten hat. Ich habe mir Sorgen, um sie gemacht und deswegen mit meinem Papa telefoniert und einen Plan ausgemacht. Mein Papa kam daraufhin und wollte mich und meinen kleinen Bruder mit nach Kampala nehmen. Deswegen hatte er ein Radio mitgebracht, das er verkaufen wollte, um sich das Fahrgeld für uns drei leisten zu können. Doch in einer Nacht ist uns eine Kerze umgefallen und hat ein wenig Papier unter dem Radio angezündet, wovon das Radio kaputt gegangen ist. Deswegen konnte mein Papa nur Olivier mitnehmen. Mit dem habe ich auch immer telefoniert, doch es ging ihm nicht gut in Uganda, weil die neue Frau von meinem Papa ihn schlecht behandelte, weswegen meine Mutter ihn zurück in den Kongo geholt hat. Doch unsere Halbgeschwister hörten einfach nicht auf sich immer wieder zu beschweren. Das wollte ich nicht mehr für meine Mutter und beschloss zusammen mit Olivier nach Uganda zu fliehen. Ich wollte dort Geld verdienen, meinen Vater finden und ihn von seiner Frau zu befreien und dann hätten wir zusammen als Familie in einem Haus gewohnt. Deswegen habe ich Geld von meinen Halbgeschwistern geklaut und Olivier von meinem Plan erzählt. Doch er hatte zu viel Angst, dass es rauskommt, dass ich das Geld geklaut habe und wollte nicht mitkommen, weswegen ich alleine gegangen bin. Mit dem Geld konnte ich bis nach Uganda fahren. Als ich dort angekommen bin habe ich mir ein T-Shirt und eine Hose gekauft, weil ich auf die Reise nichts mitgenommen habe und sehr dreckig war. Jetzt lebe ich zusammen mit 20 anderen Jungs, die ohne Eltern nach Uganda gekommen sind in Rwamwanja. Hier ist alles gut bis darauf, dass meine Eltern und mein Bruder nicht hier sind und das Essen nicht schmeckt. Immer gibt es Maisbrei mit Bohnen, die wir selber kochen. Wenn ich Fleisch essen möchte muss ich bei einem Bauern aus der Gegend von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends das Feld umgraben. Meine Freizeit hier verbringe ich mit rappen, denn ich möchte ein großer Sänger werden, um meine Familie zusammenzubringen. Ich singe Hip Hop und habe eine kleine Musikgruppe. In meinen Liedern geht es darum, dass ich Alkohol und Clubs nicht leiden kann. Außerdem mag ich auch Stehlen und Banditen nicht. Meine Mutter rufe ich immer noch sehr häufig an und verspreche ihr bald viel Geld zu verdienen, um sie nach Uganda holen zu können.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Durch das zweimalige Übersetzen können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.

Ich würde gerne mit Rappen mein Geld verdienen. Dann könnte ich auch meine Mutter und meinen Bruder nach Uganda holen. Das Foto hat Bonde gemacht.
Ich würde gerne mit Rappen mein Geld verdienen. Dann könnte ich auch meine Mutter und meinen Bruder nach Uganda holen. Das Foto hat Bonde gemacht.