Jwamahoro Rosine

Jwamahoro Peace Rosine
Jwamahoro Peace Rosine

Ich bin Rosine (Zu meinen Fotos) und 16 Jahre alt. Im Kongo habe ich in Masisi gewohnt, in der Region North Kivu. In Masisi ging es uns gut. Ich bin teilweise im Kongo, teils in Burundi in eine weiterführende Schule gegangen und konnte so die zwölfte Klasse erreichen. Dort habe ich mich auf Wirtschaft spezialisiert, weil ich gerne Sachen verkaufe. Das hat mein Vater auch gemacht. Er war ein großer Kuhhändler in unserer Region und hat damit viel Geld verdient. Dann begannen die Unruhen und Kämpfe in North Kivu. Jeder wurde eifersüchtig aufeinander und es war sehr wichtig welchem Stamm man angehört. Meine Mutter war eine der ersten, die getötet wurde. Nachbarn haben sie aus ethnischen Gründen umgebracht. Auch wenn wir wussten, dass wir in Gefahr waren, weil mein Vater wohlhabend war bleiben wir mit meinem Vater zusammen in Masisi und achteten mehr auf unsere Sicherheit. Letztes Jahr im Dezember 2015 kamen drei Männer zu uns nach Hause. Bevor sie meinen Vater mitnahmen, prügelten sie meinen Bruder fast zu Tode und vergewaltigten mich vor seinen Augen. So konnten wir nicht weiter im Kongo leben und wir begannen nach Uganda zu laufen. Später stellte sich heraus, dass ich durch die Vergewaltigung schwanger geworden bin, das Baby jedoch durch die Strapazen der Flucht und Gewalt, die mir angetan wurde, vor der Geburt starb. In Uganda haben meine Geschwister und ich Frieden gefunden, was auch die Bedeutung meines Namens ist. Frieden ist das, was ich mir für die Zukunft am meisten erhoffe. Ich bin froh, dass die Ugandaer uns Kongolesen so freundlich aufnehmen und uns wie ihre Kinder behandeln. In Uganda gibt es fast keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Stämmen und alle behandeln sich gleich. Ich würde gerne ein Studium in Buchhaltung beginnen und dann einen Job, einen guten Mann und Kinder bekommen. Früher wollte ich immer einen weißen Mann heiraten, aber jetzt wäre es mir wichtiger, wie er mich behandelt. Wohnen möchte ich aber nicht für immer hier in Rwamwanja, sondern eher in den großen ugandischen Städten Kampala oder Mbarara. Außerdem würde ich gerne meine Religion ändern. Ich bin Mulisma, doch mit Kopftuch und dem muslimischen Glauben fühle ich mich nicht so wohl, deswegen wäre ich gerne Christin. Das Schlimmste wäre für mich irgendwann als Prostituierte arbeiten zu müssen. Meine Familie ist mein bester Freund und meine beste Freundin, deswegen wünsche ich ihr Frieden und gutes Essen. Ich bin glücklich, wie ich bin. Ich bin nicht unglaublich toll, aber ich kann dazulernen und so ein noch besserer Mensch werden.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Rosine kann durch ihren Schulbesuch in Ruanda fließend Englisch, doch auch bei der einmaligen Übersetzung können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.