Francinz Moris

Francinz Moris
Francinz Moris

Ich bin Francinz (Zu meinen Fotos) und ungefähr 14 Jahre alt. Ich sorge mich um Menschen, deswegen kümmere ich mich gerne um die Babys und kleinen Geschwister von anderen. Doch auch ich selber wurde von anderen unterstützt. So bezahlte der Priester meiner Gemeinde die Kosten meiner Schulausbildung, so dass ich bis zur dritten Klasse der Secondary School (das entspricht dem deutschen Schulsystem nach ungefähr der 10.Klasse) unterrichtet werden konnte. Meine Kindheit habe ich ohne Geschwister mit meinen Eltern in Mwanga verbracht, wo wir einen kleinen Laden hatten, in dem wir G-Nuts (den Erdnüssen sehr ähnlich), Bananen, Tomaten und Öl verkauft haben. Dann starb erst meine Mutter an einer Krankheit und dann mein Vater bei einem Unfall, woraufhin ich zu meinem Onkel, meiner Tante und deren Kindern nach Uvira zog. Zu Hause waren wir dann zu zehnt. Unter deren Kinder waren unter anderem zwei Kinder mit Albinismus. Menschen mit Albinismus werden im Osten Afrikas verfolgt und leider häufig auch getötet, da ihre Gliedmaßen als Talismane für viel Geld verkauft werden. Nachdem eines der beiden Kinder entführt wurde, beschlossen wir zum Schutz des Zweiten nach Uganda zu flüchten, da auch das nahe gelegene Burundi keinen Schutz bieten würde und so verließen wir am 14. Dezember zu Fuß Uvira. Den Bus konnten wir nicht nehmen, weil wir auch dort um die Sicherheit des Albinos besorgt waren. Wenn wir laufen mussten, trug ich die ganze Zeit eine 7-jährige Tochter meiner Tante auf dem Rücken, weswegen mir das Wandern über verschiedene Berge sehr schwer fiel. Erst ab dem 130 km entfernen Bukavu nahmen wir den Bus zum Lake Kivu und ließen uns von einem großen Boot bis kurz vor die ugandische Grenze fahren. Für mich war jedoch das Schwierigste auf der Flucht, dass wir Weihnachten nicht richtig feiern konnten, denn Rwamwanja erreichten wir erst an Heiligabend. Ich bin katholisch und habe deswegen bei meiner Flucht auf die Hilfe von Gott vertraut. Uganda gefällt mir besser als der Kongo, nur würde ich gerne woanders wohnen als in dem beengten Schutzraum, den das Flüchtlingslager Rwamwanja für Menschen mit Albinismus bereitstellt. Es stört mich besonders, dass ich wahrscheinlich nie Wirtschaft studieren kann, weil es im Flüchtlingslager Rwamwanja keine weiterführenden Schulen gibt. Ich würde allen Menschen empfehlen kein Fernsehen zu schauen, weil es einen nur von den wichtigen Dingen ablenkt.

*Die Interviews wurden persönlich mit den Kindern geführt und auf die Korrektheit der Angaben geachtet, jedoch können wir diese nicht garantieren. Durch das zweimalige Übersetzen können inhaltliche Fehler entstanden oder Details verloren gegangen sein.